Im Tal die Mosel, links der Calmont mit Eller im Hintergrund

Der heiße oder kahle Berg, wie schon die Kelten und Römer ihn nannten, liegt zwischen den Gemeinden Edinger Eller und Bremm an der Mosel.

Hier, am steilsten Weinberg Europas, führt ein Klettersteig, vorbei an den Reben und Felsen, hoch über der Mosel.

Der Klettersteig ist nicht ganz einfach und sollte nur von erfahrenen Wanderern gegangen werden. Mit Kindern sollte man besonders vorsichtig sein, da einige Stellen sehr steil sind. Bei Nässe ist der Weg nicht zu empfehlen.

Wir parken unter der Eisenbahnbrücke bei Eller, direkt am Einstieg des Steiges. Es sind schon viele andere Wanderer hier, aber es werden schnell noch mehr. Das Wetter soll richtig gut werden und das nutzen an diesem Samstag viele Menschen!

Heute sind wir ohne Kinder unterwegs, da sich Nancy voll auf sich und den Fels konzentrieren will. Angespornt durch unsere letzte Klettertour in Erden will sie es nun wissen!

Als wir starten liegen noch Nebelschwaden auf dem Berg. Aber die Sonne kommt immer mehr durch die Wolken. Es wird tatsächlich noch einmal richtig warm.

Wir steigen den Pfad am Bahndamm hinauf zur Galgenlay Hütte. Hier beginnt der Klettersteig erst einmal mit einem Abstieg. Sicherungen aus Stahlseilen, sowie Trittbügel und Haltestangen erleichtern das klettern. Schnell geht es aber wieder bergauf. Immer wieder wechseln schmale Pfade durch die Weinberge sich mit Leitern und Felspassagen ab, die teilweise mit Stahlseilen gesichert sind. Es wird immer steiler und höher. Aber die Aussicht dafür immer spektakulärer. Die Sonne strahlt vom Himmel und das anstrengende Wandern und klettern treibt uns die Schweißperlen aufs Gesicht. Während wir uns zum Spaß in den Weinbergen abmühen, sind die Winzer in den Steillagen dabei, die reifen Trauben zu ernten. Für sie sind die Steilhänge der tägliche Arbeitsplatz. Gelb, grün und orangerot sind die dominierenden Farben am Hang. Das Herbstlaub strahlt in der Sonne. Noch einmal geht es über Tritte und Leitern sehr steil hinab. Eine 26m lange Drahtseilsicherung an einem schmalen Felsvorsprung muß kurz danach überwunden werden. Rechts ragt der Fels nach oben, links geht es steil zur Mosel herunter. Durch die Weinreben führt der Pfad leicht bergab bis nach Bremm hinein, das wir nach ca. 3h incl. ausgiebiger Pause erreichen.

Manchmal muß es auf allen vieren weiter gehen…
Weinbergpfirsich
Klosterruine Stuben an der Mosel
Die längste, seilgesicherte Passage, auf dem Klettersteig.

Für den Rückweg stehen uns nun zwei Optionen offen. Entweder den kurzen, langweiligen Weg an der Hauptstraße zurück nach Eller, oder oberhalb des Klettersteigs, über den Höhenweg.

Wir entscheiden uns natürlich für den Höhenweg, der hinter einem Weinautomaten so richtig an Höhe gewinnt. Glücklicherweise haben wir uns am besagten Automaten versorgt, so das der Aufstieg machbar ist. Es geht wirklich steil nach oben, über Waldwege, eine Straße und später über Pfade durch den Wald. Hier kommen uns einige Wandererinnen entgegen, die nur Turnschuhe anhaben und sichtliche Haftungsprobleme beim Abstieg zeigen.

Weinbergpfirsich in Flaschen

Immer wieder finden wir tolle Aussichtspunkte, die die Mühe des Aufstiegs lohnen.

Der Aufstieg ist sehr steil!

Ganz oben auf dem Calmont befindet sich ein Umgangstempel aus Gallo-römischer Zeit, der originalgetreu rekonstruiert wurde. Der Tempel befindet sich 378 m über dem Meeresspiegel und ca 300 Meter oberhalb der Mosel. Der Ausblick ist wirklich sehenswert. Die ursprüngliche Anlage entstand in der Zeit von 200 bis 400 n. Chr. In der Mitte der Anlage befindet sich ein Turm, der Cella genannt wird. In ihm befindet sich das Allerheiligste, ein Altar oder eine Götterstatue des oder der unbekannten Gottheit, die hier verehrt wurde. Um die Cella herum kann man durch einen Säulengang wandeln, daher der Name Umgangstempel.

Der Gallorömische Umgangstempel auf dem almont

Weiter führt der Weg auf dem schmalen Bergrücken bis zu einer Wegekreuzung. Ab hier geht es wieder bergab. Wir wissen nicht genau welcher der bessere Weg ist, also entscheiden wir uns für rechts. Es ist der Klettersteig, der von Eller zur Todesfurcht Fahne führt. Der Abstieg ist steil und felsig, aber ein toller Abschluß der Tour, der uns genau zu unserem Parkplatz führt.

Vielen Dank fürs lesen!

Vielleicht gefällt dir auch das:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.