Bei regnerischem Wetter entscheiden wir uns heute für eine kurze Tour in der Nähe.

Auf dem Potzberg bei Altenglan gibt es mehrere Rundwege, die durch das Landschaftsschutzgebiet Königsland führen. Früher gruben Bergleute hier nach Zinnobererzen, aus denen Quecksilber gewonnen wurde. Die Pfalz war um 1800 das drittwichtigste Abbaugebiet für diesen Stoff in Europa. Quecksilber benötigte man für die Herstellung von Barometern und Spiegeln.

Am Parkplatz, ganz oben auf dem Potzberg, beginnt unsere heutige Tour. Traurig wie das Wetter, steht das verlassenen Turmhotel neben dem Parkplatz und wartet auf bessere Zeiten. Ein Wildpark- und Greifvogelzoo befindet sich ebenfalls hier oben. Der Besuch dort lohnt sich, das ist aber einen eigenen Beitrag wert. Wenn irgendwann die Reparaturarbeiten am 35 Meter hohen Potzbergturm abgeschlossen sind, kann man von dort oben, bei gutem Wetter, wieder eine sehr schöne Aussicht genießen. Leider ist ein Ende, der seit 2017 andauernden Reparaturarbeiten, noch nicht in Sicht.

Wir folgen der blauen Markierung mit den zwei gekreuzten Hämmern durch den Wald, der Regen lässt zwar ab und zu kurz nach, aber aufreißen wird es heute nicht.

Unser erstes Ziel ist die Kalescheiche, die leider in den 1950er Jahre angezündet und vernichtet wurde. In den 30er Jahren soll sie einen Stammumfang von 4,50m gehabt haben. Sie diente als Treffpunkt mit dem Pfarrer, der hier von den Bauern abgeholt wurde, um Gottesdienst zu halten.

Eine junge Eiche steht heute an der Stelle, an der der alte Baum einst stand.

Der Faulenborn

Eigentlich hätten wir nun links abbiegen müssen, aber da uns die Wegmarkierungen gerade aus mehr ins Auge sticht, laufen wir weiter bis zum Faulenborn. Bei gutem Wetter ein schönes Plätzchen für eine Pause mit plätscherndem Wasser aus einem Brunnen.

Am Dreikönigszug

Der Weg knickt scharf links ab und führt uns zum Dreikönigszug, wie das Kellerhäuschen auch, eine kleine Siedlung am Waldrand des Potzbergs mit schöner Aussicht über das Glantal. Vorbei an großen Sandsteinfelsen, führt der Weg ins Tal hinunter. Über einen breiten Forstweg erreichen wir die Otilienquelle. Schon um 1860 existierte hier eine Schutzhütte mit gefasster Quelle und Springbrunnen. Die heutige Hütte und die Anlage drum herum stammt aus den 1970er Jahren.

Die Schutzhütte an der Ottilienquelle

Steil geht es nach der Stärkung bergauf bis zum „Gelben Wasser“. Hier lagert sich eine ockerfarbene Substanz im Bach ab. Es handelt sich um erdiges Brauneisenerz, das aus dem Entwässerungsstollen eines Quecksilberbergwerks gespült wird.

das gelbe Wasser

Vom „Gelben Wasser“ führt der Weg hinauf zur Kalescheiche. Hier bemerken wir unseren Irrtum von vorhin, anstatt einem Rundweg, haben wir eine 8 gelaufen. Über einen schmalen Pfad geht es durch dichtes Unterholz weiter hinauf zur Spitze des Potzberges. Am Außenzaun des Wildparks führt der Pfad an Auerochsen und Polarfüchsen vorbei bis zum Parkplatz.

Trotz Corona bekommen wir beim Wildpark noch ein Eis auf die Hand! Es ist zwar nicht das richtige Wetter dafür, im Auto mit Heizung schmeckt das Eis aber trotzdem…

Der etwa 7km lange Weg ist gut geeignet, um mal eben ein bisschen draußen zu sein. Schöne Ausblicke, ruhige Natur und einige steile Anstiege machen ihn durchaus interessant, aber er sollte auch für ungeübte gut machbar sein.

Weitere Infos zum Potzberg gibts hier:

www.potzberg.de

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