Der Premiumwanderweg Nohener Naheschleife ist mit 11,8 Kilometern Länge und ca. 500 Höhenmetern Anstieg ein durchaus anspruchsvoller Weg, auf dem man den ganzen Tag verbringen kann. An schönen Wochenenden ist man deshalb aber auch nur selten alleine Unterwegs. Auch wenn es sehr ruhige Abschnitte gibt, trifft man doch immer wieder andere Wanderer.

Unser Auto parken wir auf dem Wanderparkplatz am Dorfeingang aus Birkenfeld kommend, von hier sind es noch etwa 700 Meter bis zum Einstiegsportal des Weges.

Ein Ausweichparkplatz findet sich am Sportplatz, falls der Wanderparkplatz schon belegt ist.

Wer möchte, kann auch mit dem Zug anreisen, denn Nohen liegt direkt an der Nahetalbahn Saarbrücken – Idar Oberstein – Bad Kreuznach.

Viel Wasser rauscht der Nahe entgegen

Ab dem Portal geht es erst einmal steil über Stufen und später durch dichten Wald ein enges, dunkles Bachtal den Berg hinauf. Wer möchte, kann gleich am Anfang einen kleinen Umweg zum Kriegerdenkmal, hoch über Nohen und der Nahe, einlegen. Von hier aus hat man zum Ersten mal einen schönen Blick über die Landschaft, aber es folgen noch einige mehr.

Nach einiger Zeit öffnet sich der Wald und warme Sonne empfängt uns, es geht zwar immer noch bergan, aber mit der wärmenden Vorfrühlingssonne geht es gleich viel besser vorwärts. Letzte Woche erkundeten wir die Nahequelle bei Minus 10 Grad, heute sind fast 20 Grad Plus angesagt, verrücktes Wetter…

Wer hier auf den Wegen und am Bach die Augen auf hat, kann so manchen Edelstein finden.

Achate und Amethyst von unserer Tour

Kleine Achate, Bergkristalle und Amethyste liegen oft am Weg, als ob sie jemand verloren hätte, aber sie brechen hier tatsächlich natürlich aus dem Berg heraus.

Am Rande der Wiese finden wir die erste Rastmöglichkeit, eine schöne Bank in der Sonne. Nach dem steilen Aufstieg kommt uns das gerade recht. Unser Sohn stellt nun fest, das er seinen Wanderstock, wohl im Edelsteinrausch, unten am Bach hat stehen lassen, also muss ich mit Ihm noch einmal zurück und das gute Stück holen, während unsere Damen die Sonne an der Quellwiese genießen.

Weiter geht der Marsch auf den Berg, bis wir den Höhenrücken erreicht haben und nun relativ eben Strecke machen können. Immer wieder kann man schöne Fernsichten in den Hunsrück oder auf den Truppenübungsplatz erhaschen. Entlang von Weiden führt der Feldweg zurück in den Wald. Der Pfad bringt uns zu Felsen hoch über der Nahe. Obwohl der Fluß tief im Tal verläuft ist sein Rauschen laut zu hören, denn er führt viel Schmelzwasser mit sich.

Im Winter führt die Nahe genug Wasser zum Kajak fahren.

Eigentlich könnte man sich hier aus einem Schrank mit Wein versorgen, wegen Corona muß man sich aber mit seinen mitgebrachten Reserven begnügen.

Nun geht es abwärts, bis zur Nahe herunter und unter einer Eisenbahnbrücke hindurch. Áun den Nahewiesen geht es unter der wärmenden Sonne vorwärts.

Das gemauerte Viadukt gehörte zur Rhein Nahe Eisenbahn, die 1860 fertig gestellt wurde. Das schwierigste Teilstück lag zwischen Fischbach und Neubrücke, alleine hier mussten 10 Tunnel, 16 Viadukte und Kilometer lange Dämme gegen Hochwasser gebaut werden, um das Gelände für die Eisenbahn befahrbar zu machen.

Nicht jeder schafft es bis zum Ende der Tour!

Das weite Tal mit den offenen Nahewiesen wird schnell schmaler und der enge Pfad schlängelt sich zwischen den Felsen und der Nahe entlang. Das laute Tosen des Wassers über die Stromschnellern erinnert mich immer wieder an den Namen Nava, so nannten die Kelten und Römer den „WILDEN FLUß“. Im Sommer, wenn er fast ausgetrocknet ist, merkt man davon kaum etwas.

Über eine schmale Eisenbogenbrücke führt der Weg hinüber zur Bruchwiesenschleife und am Mühlbach entlang bis in den Wald. In der Schleife wurde früher, mit Hilfe der Wasserkraft, Achat geschliffen, heute befindet sich das Anwesen in Privatbesitz.

Die Bruchwiesenschleife

Nun beginnt ein langsamer Aufstieg. Er endet mit einem kurzen, steilen, seilgesicherten Abstieg zu einem wunderschönen, überdachten Rastplatz, direkt an der Nahe. Der Ort wird Haubartsbach genannt. Hier rasten wir erst einmal ausgiebig und genießen unsere Verpflegung.

Es ist eine spannenden Stelle, denn hinter einer kleinen Brücke gabelt sich der Weg. Entweder die Abkürzung direkt nach Nohen mit 1,4 Kilometern oder den Rest der Naheschleife mit 4,8km. Die, unter den vorbeikommenden kleinen Wandergruppen entstehenden Diskussionen, sind wirklich hoch interessant und beste Unterhaltung beim Essen!

Wenn man fliegen könnte, wäre man schneller am Ziel – aber wer genießen will braucht Zeit!

Wir entscheiden uns, nach dem Essen, natürlich für die längere Strecke und beginnen den Aufstieg durch das enge Bachtal. Wir queren mehrere kleinere Bäche, bis wir nach einem Fichtenwald den schmalen Pfad verlassen und über einen breiten Weg durch alten Hochwald laufen. Bisher hat unsere Kleinste die Tour bestens mitgemacht, aber nach 10 Kilometern wird sie doch Zusehens müder. Aber das geht uns allen so, trotzdem kämpft sie sich weiter, sie will heute nicht auf die Schulter und getragen werden – toll finden wir das!

Nach einiger Zeit öffnet sich der Wald und weite Blicke über grüne Wiesen erwarten uns, es ist zwar noch nicht das richtige Frühlingsgrün, aber doch viel grüner als der braune Buchenwald aus dem wir gerade kommen. An einem großen Insektenhotel beginnt der Waldgeisterpfad. Ein Abschnitt des Weges wurde hier von Kinder gestaltet und angelegt.

Ein großes Insektenhotel
Der Waldgeist
Ein Holzxylophon

Die Angebote spornen die Kinder zu neuen Höchstleistungen an, aber auch wir Eltern haben Spaß an den Aktivitäten wie schaukeln, wippen, springen, balancieren und das Waldtelefon. Obwohl alle eigentlich schon müde sind, werden die Dinge ausgiebig getestet. Vor allem die sehr hohe

Reifenschaukel in der uralten Buche ist unser Favorit.

Nun wird es aber Zeit, den letzten Aufstieg zu bewältigen und schon kommt Nohen und das Ende der Tour in Sicht.

Die Sonne ist langsam am versinken und so beenden wir, zufrieden und entspannt, einen schönen und erholsamen Tag im Nahetal und auf seinen Höhen.

Viele Dank fürs lesen und bis bald!

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