Diesen Samstag im November verbrachten die Kinder bei den Großeltern.

Das Portal der Traumschleife Gräfin Loretta

Also begaben wir uns alleine auf den Weg, um die Gräfin Loretta zu bezwingen.

Die ca. 12,5km lange Strecke ist mit ihren zahlreichen, steilen Anstiegen nicht ganz so einfach und erfordert schon ein bisschen Grundkondition.

Wir parken unser Auto auf dem Wanderparkplatz am Naheufer in Frauenberg. Der Morgennebel hebt sich langsam aus dem Nahetal und erste Sonnenstrahlen erreichen den leicht überfrorenen Boden.

die Frauenburg

Wir verstauen unseren Proviant und ziehen die Rucksäcke auf die Rücken.

Es ist zwar noch kalt, aber der Nebel verschwindet sehr schnell, die Sonne beginnt zu wärmen. Auf gehts in Richtung Frauenburg, entlang der Ruinen der Stadt Talfrauenberg, welche 1332 die Stadtrechte erhielt. Der Ort wurde bei einem Hochwasser zerstört. Zu dem Ort gehörte auch eine Kirche, deren Glocke noch heute im Friedhofsturm von Frauenberg zu hören ist. Oben auf der Frauenburg angekommen, müssen wir leider feststellen, das der Turm verschlossen ist und man ihn nicht besteigen kann. Die Burg diente als Witwensitz der Gräfin Loretta von Spohnheim, der Sage nach soll auch Rapunzel in einem der Türme gelebt haben.

Auf der Burg
der Nahekopf

Von der Burg gehen wir erst ein wenig hinunter zum Bach, um anschließend den sehr steilen und langen Aufstieg auf den Nahekopf zu beginnen. Erst im Schatten des Waldes, später aber in herrlicher Novembersonne. Unterwegs laden uns Sinnesbänke zum Verweilen ein und grandiose Ausblicke auf die Frauenburg und ins Nahetal entschädigen für den anstrengenden Aufstieg.

Immer wieder hat man schöne Ausblicke ins Tal
Entschleunigung auf der Sinnesbank im Sonnenschein
Auf zu Gipfel

Auf dem Plateau des Nahekopfes befand sich eine keltische Höhenbefestigung aus der Spät La Téne Zeit (500 bis 100 v.Chr), die an ihrer Vorderseite eine sechs Meter breite und sechs Meter Hohe Steinmauer besaß. Heute ist davon nur noch ein Steinwall übrig. Ausgrabungen haben ergeben, das die Römer im 3. bis 4. Jahrhundert nach Christus, auf den Fundamenten der Kelten, ebenfalls eine Befestigungsanlage hier errichteten. Die angedeutete römische Toranlage, sowie die Allee der wichtigsten römischen Kaiser dieser Zeit geben einen Einblick in diese Epoche.

die Allee der Kaiser
das ehemilige Tor der Anlage Nahekopf

Beim Abstieg vom Nahekopf passieren wir eine Quelle, die vielleicht zur Wasserversorgung der Befestigungsanlage diente, da die Quelle auch in den trockensten Jahren (wie dieses) nicht versiegt, wäre auch ein keltisch- oder römisches Quellheiligtum denkbar.

ein altes Quellheiligtum?

Weiter geht es durch den Wald und über eine Brücke, um über den Pfad der Trolle den nächsten steilen Berg zu bezwingen. Auch hier oben erwarten uns schöne Fernsichten in den Hunsrück. Wer die Augen auf hat, kann im Geröll entlang des Weges auch echte Edelsteine finden…

ein Wurzeltroll

Nach dem Abstieg in den Klausgraben und dem erneuten Aufstieg erreichen wir eine kleine Schutzhütte mit frischem grünen Gras darum. Hier nehmen wir Platz und lassen uns unsere Brotzeit und unseren Riesling schmecken. Das haben wir uns verdient.

wohlverdiente Rast

Nach ausgiebiger Pause ziehen wir weiter und erreichen kurz darauf Hammerstein. Hier, an der Hütte des Verschönerungsvereins, die leider geschlossen hat, haben wir einen einzigartigen Blick über Idar Oberstein und das Nahetal.

Obersteinblick
Blick ins Nahetal

Von dem Felsvorsprung hier oben beginnt nun ein steiler Abstieg ins Nahetal. Unten erreichen wir die B41, die wir unterqueren um schließlich an die Nahe zu gelangen.

Die Nahe
Viel Wasser in der Nahe, das ist nicht immer so
Stromschnellen in der Nahe

Hier ist es laut. Leider nicht nur das rauschen des Nahewassers, es fahren viele Autos und die Eisenbahnlinie verläuft auch durch das Tal. Nachdem wir die Nahe auf einer Brücke überquert haben, läuft der Weg am Hang entlang oberhalb der Nahe zurück in Richtung Frauenberg und unserem Auto. Es kann sein, das durch die fehlenden Blätter im November die Autos und die Züge besonders laut im Tal schallen, aber die ersten zwei Drittel des Wanderwegs waren eindeutig ruhiger und angenehmer. Der Ausblick auf den Klausfelsen, an dem angeblich Jungfrauen einem Ungeheuer geopfert wurden, entschädigt aber für den Lärm.

Blick auf Frauenberg und den Nahekopf

Insgesamt hat uns die Traumschleife gut gefallen, wobei man vielleicht anders herum starten könnte, dann hätte man den „etwas langweiligereren“ Teil zu erst bewältigt.

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