An diesem Sonntag im Oktober wollen werden wir den Dahner Felsenpfad bezwingen. Das Wetter soll gut werden und wir wollen los.

Leider ist das sonntags Morgens nicht immer ganz so einfach, so das wir erst gegen 12 Uhr in Dahn auf dem Wanderparkplatz am Schwimmbad Büttelwoog ankommen. Das gute Wetter ist wohl auch anderen aufgefallen, so das wir trotz reichlich Parkfläche Schwierigkeiten haben, einen freien Platz zu finden. Die Sonne kommt langsam durch den dicken Nebel und wir sehen unser erstes Ziel, den Büttelfels aus der Nebelwand auftauchen.

Der Büttelfels

Eigentlich wollten wir heute ja mal mit dem Zug anreisen, was aber mal wieder an der Kompliziertheit des Systems gescheitert ist. Wir wohnen etwas abseits der Metropolen und dort ist es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, na sagen wir mal, schwierig.

Die einfache Fahrzeit hätte mit Bus und Bahn etwa 3 Stunden, mehrmals umsteigen und wer weis was noch bedeutet, also haben wir doch wieder das Auto genommen und waren nach einer Stunde am Ziel.

Die Strecke ist mit etwas mehr als 12 Kilometern, 5 Stunden und Schwierigkeitsgrad Mittel angegeben. Es sollen etwa 315 Höhenmeter werden.

Wir laufen los und erreichen schnell den Büttelfels, heute wird kein ruhiger Tag im Wald, überall Menschen, und da Corona ja mit marschiert, müssen wir immer wieder auf unseren Abstand auf den engen Pfaden achten. Am Büttelfels führt eine Leiter auf eine Aussichtsplattform im hohlen Fels, dort müssen wir warten bis wir an der Reihe sind. Aber das warten lohnt, die Kinder haben Spaß am klettern und die Aussicht ist toll, da der Nebel nun verschwunden ist und die Sonne strahlt.

Aufstieg zum Büttelfels

Nach dem Abstieg über die Leiter geht es vorbei an zahlreichen Bundsandstein Felsformationen mit den Namen Lämmerfelsen, Wachtfelsen (hier wartet wieder eine steile Leiter auf uns, oben auf dem Plateau ist die Aussicht wirklich toll) Braut und Bräutigam, Pfaffenfels, Schwalbenfelsen Schillerfelsen, Felsenarena,, Elwedritschen Felsen. Immer wieder ragen dieses bizarren Felsen, die nach unserer Meinung so aussehen, als ob sie eigentlich jeden Moment umkippen könnten, aus dem Wald.

Die Auf- und Abstiege sind nicht sehr steil und wenn doch, dann nicht sehr hoch, viel mehr stören uns die Menschenmassen, die sich immer wieder mit uns den Weg teilen. Nachdem wir an dem Braut und Bräutigam Felsen vorbei sind, kommen wir ganz in die Nähe unseres Parkplatzes, wir könnten hier abkürzen, aber entschließen uns doch noch den Rest zu erwandern, immerhin hatten wir den Kinder die ganze Zeit versprochen, in der Pfälzerwaldhütte etwas zu essen, die ja irgendwann kommen müsste. Das Hüttenessen von der Alpe Ompio im Val Grande ist uns unvergessen, das treibt uns an. Das es mittlerweile schon fast vier Uhr ist, hatten wir aufgrund des tollen Wetters verdrängt. Also weiter. Die Kinder haben riesen Spaß daran, an den Felsen herum zu klettern, es gibt überall Felsspalten, Überhänge, die wie Höhlen aussehen und so vergeht die Zeit ohne das wir es merken.

Braut und Bräutigam Felsen

Die Anstiege werden nun entweder steiler, oder wir werden müde, naja auf jeden Anstieg folgt hier auch eine schöne Aussicht. Wir treten den Aufstieg zum Schwalbenfelsen an. Eine in Stein gehauene Treppe führt nach oben, auf die Aussichtsplattform, hoch über der Stadt,

Der Schillerfelsen
Schwalbenfelsen

Merle reißt sich von meiner Hand los und möchte alleine hoch. Warum nicht, denke ich, als sie aber losläuft und schnurstracks auf das Geländer vor dem Abgrund klettert geht mein Puls doch gefährlich nach oben und ich stürze zu ihr um sie dort herunter zu reißen, zielsicher schnappe ich sie und stelle sie auf den Boden vor mir, etwas laut erkläre ich ihr atemlos, das das keine gute Idee war, sie unterdrückt ihre Tränen, die ihr vor Schreck in die Augen kommen, in dem Moment kommt auch die Mama um die Ecke, die das ganze zum Glück nicht mitbekommen hat und fragt was dort los sei. Wir erklären´s und alle schließen sich glücklich in die Arme. – Glück gehabt…

Felsenarena
Felsenarena

Nach dem Abstieg vom Elwedritsche Felsen kommen wir endlich an der PWV Hütte an, es ist mittlerweile schon halb 6. die Hütte schließt um 6, aber wir bekommen noch eine Bratwurst mit Kraut, nicht das Hüttenessen das wir uns gewünscht haben, aber wir sind doch froh überhaupt noch rechtzeitig hier gewesen zu sein um noch etwas zu essen zu bekommen.

Die Sonne ist hinter den Wolken verschwunden. Lange ist es nun nicht mehr hell. Wir haben noch ein paar Kilometer vor uns. An der Hütte lesen wir einige Informationstafeln zu Wald und Tieren durch. Eine Tafel gefällt Max besonders gut, der Wolf soll hier im Pfälzer Wald wieder aktiv sein. Merle mag Wölfe überhaupt nicht und will nun am liebsten gar nicht mehr in den Wald aufbrechen. Wir müssen aber weiter.

Ab der Hütte sind wir nun völlig alleine im Wald, es beginnt langsam zu dämmern und der Weg führt weiter an bizarren Felsen vorbei. Hirschfelsen, Schlangenfelsen, Roßkegelfelsen, Mooskopf werden erklommen. Je weniger Licht durch die Bäume fällt desto seltsamer sehen die Steinskulpturen aus. Merle will und kann nicht mehr, sie lässt sich nun von mir tragen, dort oben auf der Schulter ist es auch wesentlich sicherer vor den Wölfen. Wir erreichen eine Quelle auf einer Lichtung, hier auf dem Waldweg sehen wir ein paar Jäger, die mit ihren Geländewagen auf dem Weg ins Revier sind. Merle ist froh, die können die Wölfe schießen, ich lasse sie in dem Glauben, Max würde ihr gerne erklären, das die Tiere streng Geschütze sind, aber das lassen wir mal lieber im Moment. Im halbdunkel erreichen wir den Ungeheuerfelsen. Es wundert uns nicht, das er so genannt wird…

Es wird nun ganz dunkel, unsere Augen gewöhnen sich daran und durch den dichten Wald geht es hinab ins Tal. Durch den Büttelwoog geht es nun den letzten Metern entgegen, Nebel steigt aus dem Sumpf auf, heute bekommen wir das volle Programm.

Die Kinder sind ungewöhnlich ruhig – alleine wären sie nun nicht gerne, sind sie aber auch nicht. Nach einiger Zeit kommen wir endlich am Parkplatz an, nur noch unser Auto steht dort,

einsam und alleine.

So mögen wir es, im Wald, alleine ohne Menschenmasse, nächstes mal suchen wir uns keinen Sonntag aus! Aber der Weg ist sehr zu empfehlen, nur reichlich Zeit muß man einplanen um alles zu entdecken!

Schreibt mir gerne, was Euch bewegt, Gruß Christian

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